Auswärts

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Igor Strawinsky: Geschichte vom Soldaten

mit
MHS-Ensemble
Sprecher Harald Redmer
Leitung Martin Dehning

Raisa Ulumbekova – Violine,
Artem Nikolaevsky – Kontrabass,
Drilon Ibrahimi – Klarinette,
Patrick Becker – Fagott
Leonard Huster – Trompete,
Leonardo Vargas – Posaune,
Jannis Günnel – Schlagzeug

In ihrer Histoire du Soldat, der „Geschichte vom Soldaten“, zogen Igor Strawinsky und der schweizerische Romancier Charles-Ferdinand Ramuz die Konsequenzen aus der Situation des Ersten Weltkrieges. Unzählige Talente hatten sich darauf verständigt, in den Krieg zu ziehen, der alle Kriege hätte beenden sollen – und so war es nicht eben leicht, allerorten große Reise-Ensembles zusammenzubringen. Strawinsky beschränkte sein „Regiment“ demzufolge auf sieben Instrumente und einen Erzähler und ein paar Schauspieler und Tänzer, die den Soldaten, den Teufel und die Prinzessin darzustellen haben.
Dass er dabei wieder einmal aus der Not eine Tugend und aus der Einschränkung einen grandiosen Überfluss machte, ist so typisch wie die Musik, die bei diesem experimentellen Stück herauskam: Kurz vorher hatte ihm Ernest Ansermet noch einige Ragtimes aus Amerika mitgebracht und damit gleichfalls einen Anteil an dem raffinierten neuen Bühnenstück geleistet – an rhythmischen Einladungen dieser Art konnte Igor Strawinsky einfach nicht vorbeigehen. Dass er dabei auf ein russisches Volksmärchen zurückgriff, ist besonders pikant und relativiert seine Aussage, er habe in L’Histoire du Soldat „endgültig mit der russischen Orchesterschule gebrochen“: Die Geschichte vom Soldaten findet sich in Alexander Afanasiews Narodnye russkie skazkie, worin unter anderem vom bösen Kaschtschei sowie von dem Soldaten erzählt wird, der den Teufel das Geigenspiel lehrt und dafür ein prophetisches Buch erhält, das ihm zu großem Reichtum verhilft. Doch glücklich wird er nicht: Um die kranke Prinzessin heilen zu können, luchst er dem betrunkenen Teufel seine Fiedel wieder ab. Die Macht der Musik tut die gewünschte Wirkung, Soldat und Prinzessin werden ein Paar. Ob sie’s bleiben oder ob der Teufel doch die Oberhand behält? Ob das Gute oder das Böse siegt? Dazu müsste man das Buch haben: Doch das bringt, wie wir miterleben konnten, kein Glück .

im Erbdrostenhof Münster.

Donnerstag, 30. Jan. 2014 – 19:30 Uhr

Veranstalter: Gesellschaft für Neue Musik Münster


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Violent Dancing

von paradeiser productions (Münster|Hamburg)

Ein Abend mit Underground-Seele über Rebellion, Aggression und Illusion. Mit Texten von Wolf Wondratschek.

Moshen. Underground und Mainstream, Illusion und Rebellion, Kontrollverlust und Eigensinn.

Wolf Wondratscheks „Chuck“ – eine Romanfigur der Beat-Literatur – und eine Tänzerin treffen auf jugendliche Mosher_innen aus der Hardcore-Szene und gehen gemeinsam auf die Suche nach dem ultimativen Gefühl der Lebendigkeit. Auf der Suche an den Grenzen des Tanzes, der Generationen und Geschlechter, mit Text, Moshen und live-Musik (von Musikern der Band Vitja) stellt „Violent Dancing“ Fragen nach rituellem Kontrollverlust, Kommerzialisierung von Underground-Strömungen und der Allgemeingültigkeit jugendlicher Rebellion.

Zusammen mit Akteur/innen der Szene stellt sich Paradeiser den Zweifeln: Ist Wut ein Privileg von Jugend? Ist Tanzen ein Rückzug? Oder eine politische Aussage? Warum gibt es kaum weibliche Mosher? Ist Moshen zeitgenössischer Tanz? Ist der Weg auf die Bühne ein Schritt Richtung Mainstream? Und was kann man dagegen tun?

Neue Termine:

10. und 11. April 2014 im FFT Düsseldorf, 20:00 Uhr

Karten: 0211 – 87 67 87 18

Mit: Judit Abegg, Dave Beule, Vladimir Dontschenko, Pauline Hemelt, Peter Martens, Harald Redmer, Simon M. Schulte. Bühne/Kostüme: Lea Tenbrock // Choreografische Beratung: Leena Keizer // Assistenz: Lisa Kemme // Produktionsleitung: Zwei Eulen (Büro für Kulturkonzepte, HH) // Text: Wolf Wondratschek //

Von Paradeiser Productions (Münster // Hamburg)

Kaja Jakstat, Kai Niggemann, Ruth Schultz

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Sylter Impressionen

Vernissage in der RUDIFREDLINKEGALERIE Münster

mit Werken von Rudi Fred Linke und Birgit Triptrap

Harald Redmer moderiert die Eröffnung und liest aus den Werken des Künstlers begleitet von der Pianisten Annette Strootmann.

Samstag, 25. August 2012, 17:00 Uhr, Mühlendamm 1-3 Münster/Wolbeck

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Harald Redmer hat den Text für ein kleines Kinderbuch geschrieben, das er zusammen mit Catharina Westphal gemacht hat. Es ist im Arena-Verlag erscheinen. Es kann im Buchhandel für 9,99 € erstanden werden. Spaß dabei!

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Harald Redmer spielt in der neuen Produktion von Paradeiser Productions mit dem Titel Hobophobia mit.

Infos unter: <http://paradeiserproductions.com/02produktionen/hobophobia>

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Der Prozess gegen Malaparte

Einrichtung einer szenischen Lesung des neuen Stückes von Jens- Martin Eriksen. für das fringe ensemble.

Regie: Harald Redmer

mit David Fischer, Severin von Hoensbroech, Georg Lennarz

Aufführungen waren am 27./28. Januar 2012 im theaterimballsaal Bonn

Ein Generalgouverneur, ein Schriftsteller und zwei SS-Offiziere bilden das Quartett, an dem Eriksen raffiniert und mit bösem Witz die Schwächen und Manipulierbarkeit des Menschen durchspielt. Er wagt sich mitten ins Herz der Finsternis, findet shakespearehafte Plots, treibt Gedankenspiele über Gott und Satan und ist unerbittlich, wenn es um die Hybris des Menschen geht. Eitelkeit, Zynismus, blinder Gehorsam treten zutage und schließlich fragt man sich, worum es sich beim freien Willen eigentlich handelt. Ein gewaltiges Spiel, ein böses Spiel – und wir versprechen Ihnen: Sie werden darüber lachen!